Jahreszeitenglück

Die folgenden Zeilen entstammen der Feder einer Teilnehmerin und sind in einem Seminar zum Kreativen Schreiben entstanden.

Oh goldener Herbst, oh goldene Zeit, nun bin ich zu allem bereit. Das goldene Funkeln auf den Blättern erzürzt mich, mein Leben zu verbessern. Die Winterzeit, oh weh, oh weh, manch einem gefällt der weiße Schnee, wenn Flocken an die Fenster wehen und alle dann nach Hause geh’n. Bei Spekulatius und Wein lässt sich Freude, Freude sein. Nun steht der Frühling vor der Tür, das Vogelgezwitscher hinter und vor mir. Oh Freude, wenn es heißt, dass Frühling wird und alles gedeiht. Zuletzt noch der Sommer naht, Sonnenstrahlen Tag für Tag. Der See so warm, das Wasser so blau, die Fische, sie schwimmen leis und laut. Das sind sie, die vier Jahreszeiten, die jedem auf seine Art Vergnügen bereiten.

~ B. Fuchs

Die Sommerbrise weht mir um die Ohren, ein kleiner Windhauch berührt mein Gesicht und die anderen seh‘n es nicht. Ich beginne zu tanzen und zu singen und im Kreis herumzuspringen. Ich spüre die Lebenslust in mir und die erweckt eine Gier, um mehr zu seh‘n und zu gestalten und auch mein Leben zu verwalten, doch nicht mit Strenge und Soll, denn das bringt eh nur Arg und Groll, eher mit Leidenschaft und Lust, so hat man auch keinen Frust!

~ B. Fuchs

Was uns das Leben lehrte…

Ratschläge und Lebensweisheiten, die Teilnehmende am Projekt INGE in einem Seminar erarbeitet haben:

Sei immer ganz Du selbst! Liebe und schätze Dich und das, was Du tust!

Lebe Dein Leben, nicht das eines anderen!

Jeder hat eigene Wünsche und Träume. Hast Du Deine schon? Und verfolgst Du sie?

Tue Dinge, die Du magst, oder versuche zumindest, die Dinge zu mögen, die Du tust!

Finde eine Art der Bewegung, die Dir Spaß macht!

Iss genug, gesund und genussvoll!

Ohne Fehler würde nichts existieren.

Enttäuschung ist immer ein Tipp.

Für jede Meinung gibt es eine Gegenmeinung.

Das Leben ist kein Spiel. Die Erde ist nicht ersetzbar, es gibt nur die eine.

Gehe achtsam, ehrlich und resprektvoll mit Dir selbst, der Natur, allen Lebewesen und der Welt um!

Lebensfreude, Toleranz, Mut zur Veränderung!

Es ist okay, nach Hilfe zu fragen. Gib niemals auf!

Gärtnern in der Werkstadt

Was macht man in einer Werkstadt? Pflanzen eintopfen, vollkommen klar. Vor einigen Wochen haben wir in der INGE spontan für einen Tag die Werkstadt, in der zurzeit hauptsächlich Fahrräder repariert werden, zu einer Gärtnerei umfunktioniert. Ein Mitarbeiter hat aus seinem Privatbestand zahlreiche Ableger von Grünlilien mitgebracht, die Teilnehmende und Mitarbeitende gemeinsam einpflanzen durften.

Grünlilien sind sehr pflegeleichte Pflanzen – bei ihnen kann man eigentlich nichts falsch machen; gegossen werden sie eher nach Lust und Laune als nach Terminkalender und dennoch wachsen sie unermüdlich in voller Pracht heran. Sie sind also das ideale Deko-Element für Menschen, die Pflanzen mögen, aber einfach (noch) keinen grünen Daumen haben. Natürlich können Grünlilien aber auch in den Wohnungen von hartnäckigen Hobbygärtner*innen eine hübsche Erweiterung der persönlichen Inneneinrichtung darstellen.

Praktischerweise sind Grünlilien nicht nur pflegeleicht, sondern bilden auch eigenständig kleine Ableger aus. Aus einer Mutterpflanze lassen sich somit viele weitere Tochterpflanzen ziehen. Falls die Ableger bei der Trennung von der Mutterpflanze noch keine Wurzeln besitzen, kann man sie in ein Gefäß mit Wasser stellen, bis sie diese ausbilden. Viele unserer Ableger hatten jedoch schon Wurzeln, sodass wir den Großteil von ihnen direkt einpflanzen konnten.

Allerdings standen wir vor einem kleinen Hindernis. Blumenerde besaßen wir, aber Töpfe fehlten uns noch. Also haben wir flugs ein paar verschiedene Gärtnereien angerufen, um sie zu fragen, ob sie unser Projekt unterstützen möchten. Wir sind sehr dankbar, dass sich tatsächlich eine Gärtnerei dazu bereiterklärt hat, uns einige kleine Töpfe zum Eintopfen bereitzustellen. Somit konnten wir direkt ran ans Werk und etwa dreißig neue Pflanzen zum Leben erwecken. Das hat sehr viel Spaß gemacht und war für viele, mich selbst eingeschlossen, eine ganz neue Erfahrung.

Stellt sich nur noch die Frage: Was macht man mit 30 Grünlilien? Also erstmal mit Licht und Wasser versorgen, aber dann? Die Grünlilien wurden durch unsere Teilnehmenden über ganz Bamberg verteilt. Jede*r Teilnehmer*in durfte sich ein bisschen Begrünung in die eigenen vier Wände mitnehmen. Der Rest der Pflanzen steht momentan bei uns in der INGE und bringt noch mehr Frische und Lebendigkeit in unsere Räume. Mal gucken, wann unsere Tochterpflanzen so weit sind, ihrerseits wieder Ableger auszubilden. Wir haben bei der INGE jetzt auf jeden Fall ein kleines Team, das sich derer annehmen könnte, um die Welt um noch ein paar weitere Grünlilien zu bereichern.

INGE ist…

INGE – Initiative für nachhaltige Gesundheitsfürsorge im Erwerbsleben ist ein Pilot-Projekt, das…

sich als politisches Instrument zur Teilhabesteigerung Benachteiligter begreift.

Menschen ein Angebot macht, die Hartz-IV beziehen und von psychischen Belastungen oder Erkrankungen betroffen sind.

eine absolut freiwillige Teilnahme und den Wunsch nach Unterstützung voraussetzt.

immer wieder viel Spaß macht und nie langweilig wird.

beratend-therapeutische Einzelgespräche, Seminare zu relevanten Themen, Unternehmungen und (kreative) Projektarbeit beinhaltet.

durch ehrlichen Austausch und Wissensweitergabe alle bereichert.

ungeahnte Potenziale aufdeckt und neue Hobbys hervorbringt.

einen familiären und geschützten Raum bereitstellt.

gut zum geschützten Experimentieren in sozialen Situationen ist.

wächst und sich verändert mit den Bedürfnissen der Teilnehmenden, der Mitarbeitenden und dem Jobcenter.

Perspektiven bietet und entwickelt.

engmaschig unterstützt bei Stabilisierung, Möglichkeitsentwicklung und Zielerreichung.

aus meinem Wunsch nach mehr sozialer Fairness, wirksamen Angeboten für und der Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen (im Hartz-IV-Bezug) geboren wurde.

Sinn macht.

Spaß macht :).

Ramona Beate Zenk

Projektleitung

Psychologin (M.Sc.)

Systemische Beraterin, Therapeutin und Supervisorin (DGSF) i.A.

INGE Aktuell – Der Newsletter zum Projekt

Was gibt es Neues bei der INGE? Was ist an den beiden Standorten Bayreuth und Bamberg geschehen? In regelmäßigen Abständen werden wir einen Newsletter erstellen, mit den wichtigsten Themen und dabei auch immer wieder einen Ausblick auf zukünftige Termine und Ereignisse wagen!

Diesmal berichten wir hauptsächlich über die Online INGE und wie die Beschränkungen durch die Pandemie den Ablauf des Projektes verändert und entwickelt hat!

Viel Spaß beim Lesen!